
Taizé '98
Um den bemitleidenswerten Schulern unserer Leidensgemeinschaft näherzubringen, was sie dieses Jahr auf
unserer Fahrt ins schöne Frankreich verpasst haben, möchte ich Ihnen doch die Ereignisse dieser 5 Tage
schildern.
Auf der Hinfahrt (ca. 9 Std.) gab es eigentlich noch nichts Außergewöhnliches, außer dass wir vergeblich
versuchten, Herrn Stolz davon zu uberzeugen, dass ein kleiner Film im Bus doch eine sehr gute Vorbereitung fur
unsere besinnlichen Tage darstellen wurde. Nach unserer Ankunft und die ubliche Einfuhrung ins Programm
kam schon der erste Schock: Einteilung zum Tellerspulen bzw. Kloputzen. Während wir noch daruber
nachdachten, wie wir uns davor drucken könnten, wurden wir auch schon auf unsere (im wahrsten Sinne des
Wortes) Baracken geschickt, die dieses Jahr aus einem Sechser- und zwei Riesenzimmern fur je 16/17 Personen
bestanden.
Am nächsten Morgen hieß es erst einmal ab zum Fruhstuck und in die Kirche. Den Rest des Tages verbrachte
man mit Essen, Kirche, Gesprächsgruppen und Oyak, dem kleinen Geschäft, wo man das "Nötigste" kaufen
konnte. Dort war allerdings auch der Ort, wo abends am meisten los war, da hier u.a. mehrere aus unserer
Gruppe Musik machten und Bier tranken. Bei den nächtlichen Spaziergängen versuchte man stets, den Wächtern
auszuweichen, die sich einen Spaß daraus machten, die Leute herumzuscheuchen, was einmal sogar zu einer
Verfolgungsjagd uber Zäune und durch Busche folgte (ich nenne lieber keine Namen). Andererseits konnte ein
nächtlicher Klogang um drei Uhr auch dazu fuhren, dass man durch die Bekanntschaft mehrerer Französinnen
erst um halb sechs wieder zuruckkam, woraufhin man dann um acht Uhr persönlich von Herrn Stolz geweckt
und in die Kirche (zum Beichten) geschickt wurde. Unser altbekannter J. K. hat sich dermaßen verplant, dass er
sich mit einer aussichtslosen Wette zum Mädchen-Aufreißen vollkommen blamierte, sich am nächsten Morgen
aber vor der Nacktrunde um den Platz druckte. Eines Nachts passierte es auch, dass der Feueralarm losging, sich
aber keiner die Muhe machte, aufzustehen, um vor dem vermeintlichen Feuer zu fliehen.
Als eines Tages Frau Kemmer anfing, zu behaupten, einige der Gruppe wurden sich nicht dem Geiste Taizés (?)
gemäß verhalten und sich auf diese Weise heftige Diskussionen und große Beliebtheit einhandelte, verflogen
gleich alle Hoffnungen, gut mit den Lehrkörpern auszukommen, was sonst außer einer kleinen Strafarbeit
("Das wurde ich so aber nicht bezeichnen!") von Herrn Stolz eigentlich ganz gut klappte.
Des Abends, während die einen versuchten, im Oyak um das vorgeschriebene 1-Bier-Limit zu feilschen, machte
unsere allgemein bekannte Taizé-Band eine Session und es gesellten sich ca. 100 Leute und sogar Frau Kemmer
zum Singen dazu. Der Spaß dauerte allerdings nur so lange, bis sich unsere gefurchteten Guards wieder die
Muhe machten, uns zu vertreiben. Nachdem sich am Sonntag manch ruhrende Abschiedsszene abspielte, waren
wir jedoch alle (zumindest fast) etwas traurig (schluchz), dass wir wieder gehen mussten.
Also dann, bis zum nächsten Jahr, Taizé.
Viele Italienische Chemiker Kotzen Eimerweise Nutella
Diese Seite wurde erstellt von Ingo Beutner und Christian Herrmann.
(c) 1998 by FLAZ